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Studie und Arbeitsprogramm für die bayerische Triebwerksindustrie gemeinsam mit bavAIRia vorgestellt

München, 4. Juli 2008

  • Etwa 50 Prozent der Mitarbeiter im deutschen zivilen und militärischen Luftfahrttriebwerkbau arbeiten in Bayern (Weltmarktanteil: acht Prozent)
  • Studie analysiert die bayerische Triebwerksindustrie und empfiehlt Strategien zur Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit
  • Studienschwerpunkte: Forschung und Technologie, Markt für Erstausrüster (OEM), Zulieferkette und After Sales-Konzepte
  • Schwerpunkte des Arbeitsprogramms: Förderung von unternehmensübergreifenden Kooperationen, Technologieförderung und Marketing

Bayern beheimatet allein rund 50 Prozent der Mitarbeiter im zivilen und militärischen Triebwerkbau für Luftfahrzeuge in Deutschland und bildet mit einem Weltmarktanteil von acht Prozent das deutsche Zentrum der Branche. Die Globalisierung bedeutet neben neuer Konkurrenz auch neue Absatzchancen.

Hersteller und Zulieferer der bayerischen Triebwerksindustrie wollen sich stärker vernetzen. 2007 haben sie daher in Zusammenarbeit mit bavAIRia e.V., die Organisation zum Management des Clusters Luft- und Raumfahrt in Bayern den Arbeitskreis „engine bavAIRia – Triebwerksbau in Bayern" ins Leben gerufen. Die Mitglieder, MTU Aero Engines, Aerotech Peissenberg, Atena Engineering, FAG Aerospace – Schaeffler Gruppe, Leistritz Turbomaschinen Technik und Karl Binder beauftragten bavAIRia und die Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants damit, in einer Studie die Situation des Triebwerkbaus in Bayern zu analysieren und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Aufbauend auf der Studie "Positionierung und Stärkung der bayerischen Triebwerkswertschöpfungskette“ entstand zwischen Februar und Mai 2008 ein Arbeitsprogramm der bayerischen Triebwerksindustrie in Abstimmung mit dem bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Technologie.

Die Studie zeigt: Die deutsche Triebwerksindustrie muss heute mehr denn je weltweit präsent sein. Der Technologie- und Kostenwettbewerb wird härter, die Zulieferer müssen verstärkt Partnerschaften mit den Herstellern eingehen und dabei selbst mehr Risiken übernehmen. Die Globalisierung bietet neben neuer Konkurrenz auch neue Absatzchancen. Die Studie "engine bavAIRia" beantwortet Fragen zur Triebwerksindustrie in Bayern und begründet die künftige Strategie entlang der gesamten Triebwerkswertschöpfungskette.

Themenschwerpunkte der künftigen Kooperation

Das Arbeitsprogramm definiert fünf Themenschwerpunkte für zukünftige Kooperationsprojekte. Sie umfassen drei Bereiche: "Geschäftsmodell", "Technologie" und "Marketing".

Bereich Geschäftsmodell

1. Unterstützung des Wandels vom Zulieferer zum Partner: Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle

Hier stehen insbesondere Sub-Risk-Sharing Partnerschaften zwischen OEMs und der Zulieferer-Industrie im Mittelpunkt. Beispielsweise ist eine Dachgesellschaft von Zulieferern denkbar, um gemeinsam die notwendige kritische Masse, insbesondere auch an Kapital, zu erreichen.

2. Regionaler Fertigungsverbund Triebwerksbau

Die Wertschöpfung verschiedener Zulieferer wird zu einem gemeinsamen, komplexeren Angebot gebündelt. So entsteht eine einzige Schnittstelle zum OEM oder Systemunternehmen und die Zulieferpotentiale in der Region werden besser genutzt. Dadurch sinken Durchlaufzeiten und Kapitalbindung.

Bereich Technologie

3. Technologieplattform MEE/MEA und Monitoring, Wandel vom konventionellen Luftfahrzeug zum "More Electric Aircraft"

In diesem Schlüsseltechnologiefeld soll auf den vorhandenen Kompetenzen in Bayern, insbesondere in der Elektrotechnik und Mechatronik aufgebaut werden. Hierzu ist der Ausbau des neuen Kompetenzzentrums More Electric Engine an der Universität der Bundeswehr in München geplant.

4. Entwicklungsverbund Hochtemperaturwerkstoffe und deren Bearbeitung

Die Studie hat gezeigt: Die Kernkompetenzen des bayerischen Triebwerkbaus liegen im sogenannten „heißen Bereich", das heißt im Kerntriebwerk. Um langfristig an der Spitze der Technologieentwicklung mitspielen zu können, sind unternehmensübergreifende Anstrengungen nötig, in Hinblick auf Fertigungsverfahren von Titanaluminiden sowie Titan- und Nickelbasislegierungen.

Bereich Marketing

5. Gemeinsame Kommunikation Bayerns als "Region of Excellence" für den Triebwerksbau

Der internationale Bekanntheitsgrad der bayerischen Triebwerksindustrie, insbesondere der Mittelständler soll weiter steigen, um Bayern als “Region of Excellence” für den Triebwerksbau zu positionieren – denkbar sind hier beispielsweise Delegationsreisen, gemeinsame Broschüren oder gemeinsame Messeauftritte in den USA, Kanada und Asien.

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